Hopfen-Kombucha (Kombucha mit Hopfen aromatisieren)

Hopfen-Kombucha: Mit Hopfenblüten aromatisierter Kombucha

Na gut, die Bezeichnung „Kombucha-Bier“ wäre vielleicht etwas übertrieben. Denn wie normales Bier schmeckt selbstgebrauter Kombucha, der mit Hopfenblüten aromatisiert wurde, natürlich nicht ganz. Das eher säuerliche Aroma eures Kombuchas harmoniert aber wunderbar mit dem intensiven, unverwechselbaren und leicht bitteren Aroma von Hopfen! Wer das Herbe und Frische eines guten Bieres schätzt, sollte dieses tolle und ganz simple Rezept unbedingt einmal ausprobieren. Auf diesem Weg könnt ihr euch zusätzlich die wertvollen Inhaltsstoffe des heimischen Hopfens in euer Kombucha-Getränk holen – und nebenbei vielleicht noch so manchen eingeschworenen Anhänger des schäumenden Gerstensaftes von Kombucha überzeugen. Wer weiß... ;-)

Das Prinzip ist dabei ganz einfach: Ihr gebt getrocknete Hopfenblüten (Bierbrauer sprechen auch von Hopfendolden) in das fast fertig fermentierte Kombucha-Getränk und lasst die Mischung (ohne euren Kombucha-Pilz) für einige Tage ziehen. Diese Art, Getränke zu aromatisieren, nennt man auch Kaltauszug (im Gegensatz zu Tee, der stets heiß aufgegossen wird). Es dauert dabei entsprechend etwas länger, bis die Aromen und Inhaltsstoffe in das Getränk übergehen. Um selbst den Kombucha für das Rezept herzustellen, braucht ihr natürlich zuerst den Kombucha-Pilz von Wellness-Drinks.

Hopfenblüten zum Aromatisieren von Kombucha

Die wirksamen Inhaltsstoffe des Hopfens, wie ätherische Öle und Polyphenole, gehen nach einigen Tagen in euer Kombucha-Getränk über. Sie wirken leicht beruhigend, ausgleichend und aufgrund ihrer speziellen Bitterstoffe bakterientötend und verdauungsfördernd. In der Naturheilkunde wie in der Bierbrauerei wird Hopfen deshalb schon seit vielen Jahrhunderten verwendet.

Mehr über die Wirkung von Hopfen erfahrt ihr, wenn ihr wollt, nach dem Rezept. Jetzt aber zuerst zum praktischen Teil. Als Zutaten für den Hopfen-Kombucha benötigt ihr nichts weiter als:

  • 1 Liter fertiges Kombucha-Getränk, noch etwas zu süß (zum Kombucha-Rezept)
  • 5 g getrocknete Hopfendolden

Die getrockneten Hopfenblüten könnt ihr günstig bei vielen Kräuter- und Gewürzhändlern bekommen, online z.B. bei Dragonspice Naturwaren.

Gebt die Blüten einfach zusammen mit dem Kombucha in ein verschließbares Glas oder eine große Flasche. (Euren Kombucha-Pilz solltet ihr vorher mit genügend Ansatzflüssigkeit herausnehmen und bis zum nächsten Ansatz getrennt aufbewahren.)

Hopfen-Kombucha sollte ein Tag bei Zimmertemperatur ziehen

Verschließt die Flasche oder das Glas vorsichtig, so dass entstehende Kohlensäure gerade noch entweichen kann. Stellt den Kaltauszug für etwa 24 Stunden bei Zimmertemperatur an einen dunklen Platz. Danach sollte euer Hopfen-Kombucha im Kühlschrank stehen und mindestens 2-3 weitere Tage ziehen. Probiert nach 2 Tagen einfach einen Schluck. Ist euch das Aroma bereits bitter genug, könnt ihr die Hopfendolden absieben und das fertige Getränk im Kühlschrank gut gekühlt lagern. Ist es euch noch nicht bitter genug, müssen die Hopfendolden noch einige Tage länger im gekühlten Getränk verbleiben.

Der Kombucha, den ihr für den Hopfen-Kombucha verwendet, sollte am besten noch etwas zu süß schmecken. Da der Kaltauszug mehrere Tage benötigt, gärt das Getränk noch leicht nach und wird dabei entsprechend saurer. Je nachdem, wie sauer ihr euren Kombucha mögt, sollte er vorher also etwa 8-12 Tage fermentieren dürfen. Am einfachsten ist es wiederum, vorher ein wenig davon zu probieren. Wenn ihr sagt: „Hmmm, noch ein kleines bisschen mehr Säure wäre gut!“, dann ist er genau richtig für das Rezept.

Weibliche Hopfenblüten für Hopfen-Kombucha

Doch jetzt, wie versprochen, noch einmal zurück zum Hopfen. Diese unglaublich kraftvolle, heimische Schlingpflanze, deren zahlreichen Triebe im Sommer 10cm täglich und mehr (!) wachsen können, wird wegen ihrer weiblichen Blüten seit vielen Jahrhunderten in Deutschland angebaut. Die Hopfendolden enthalten in ihrem klebrigen Hopfenharz zahlreiche Bitterstoffe, dazu gehören etwa Humulon und Lupulon, sowie verschiedene Bittersäuren und Gerbsäuren. Zu den ätherischen Ölen im Hopfen, die mit für sein Aroma und seine pharmakologische Wirkung sorgen, zählen Humulen und Caryophyllen. Dazu kommen Flavonoide, Vorstufen bestimmter Pflanzenfarbstoffe (Proanthocyanidine) und viele weitere Inhaltsstoffe.

Was viele nicht wissen: Hopfen ist eng mit Cannabis verwandt, also der Hanfpflanze, aus der nicht nur Fasern gewonnen werden, sondern auch die Drogen Haschisch und Marihuana. Ist es nicht ein interessanter Zufall, dass die beiden weltweit meistgenutzten psychoaktiven Genussmittel, Bier und Cannabis, derselben Pflanzenfamilie entspringen?

Hopfen-Kombucha wirkt beruhigend und regt die Verdauung an

Das komplexe Wirkstoffgemisch im Hopfen hat drei zentrale Eigenschaften: Es wirkt beruhigend, bakterizid (schädliche Bakterien unterdrückend) und verdauungsfördernd. Anfangs hat man seine Bitterstoffe beim Bierbrauen vor allem geschätzt, weil sie wesentlich zur Haltbarkeit des Gerstensaftes beitrugen. Bereits 1153 n. Ch. wurde die antiseptische Kraft des Hopfens von Hildegard von Bingen mit den Worten „Putredines prohibet in amaritudine sua“ (seine Bitterkeit verhindert die Fäulnis) beschrieben. Seine Bitterstoffe wiederum stimulieren – wie viele andere bittere Lebensmittel auch – Verdauung, Gallenfluss und Magensäfte, weshalb er in der Volksheilkunde bei Appetitlosigkeit und Verdauungsproblemen eingesetzt wird. (Mehr über die gesunde Wirkung von Bitterstoffen, die ihr euch in der Ernährung unbedingt zunutze machen solltet, erfahrt ihr auch in unserem leckeren Rezept Chicoréesalat mit Mandarinen und Kefir-Ziegenfrischkäse-Creme.)

Schließlich wirkt Hopfen beruhigend, entspannend, leicht sedierend und hilft beim Einschlafen – eine Wirkung, die er mit seinem nahen Verwandten Cannabis teilt und die bislang relativ wenig pharmakologisch erforscht ist. Wenn Hopfen beruhigend wirken soll, kombiniert man ihn übrigens am besten mit Baldrianwurzel. In der Naturheilkunde werden beide Kräuter oft kombiniert gegen Angstzustände und bei Schlaflosigkeit eingesetzt. Entsprechend könnt ihr natürlich auch Baldrianwurzel zusätzlich mit in euren Kaltauszug geben. Dann stimmt die Bezeichnung „Kombucha-Bier“ aber definitiv nicht mehr – dann habt ihr schon eher einen richtigen „Kombucha-Kräuterbitter“. ;-)

Mehr über gesunde Bitterstoffe erfahrt ihr auch in diesem schönen Artikel:

Andrea Freund: Ganz schön bitter (FAZ)

 

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