Chicoréesalat mit Mandarinen und Kefir-Ziegenfrischkäse-Creme

Chicoréesalat mit Mandarinen und Kefir-Ziegenfrischkäse-Creme
Chicoréesalat mit Mandarinen und Kefir-Ziegenfrischkäse-Creme bringt Bitteres und Süßes in eine perfekte Balance

Bitterstoffe, wie sie in vielen Gemüsen, Salaten und Kräutern, aber auch in Zitrusfrüchten, Kaffee, Tee und Kombucha vorkommen, gelten seit jeher als sehr gesund und verdauungsfördernd. Ein bitterer Salat als Vorspeise oder ein Rezept mit vielen Kräutern – und schon werden üppige Hauptgerichte besser verdaulich und liegen nicht so schwer im Magen. Früher war ein Kräuterbitter „für die Verdauung“ nach einem schweren Essen für Opa das Normalste der Welt. (Na gut, der Alkohol hat dabei vermutlich auch eine Rolle gespielt.)

Studien zeigen tatsächlich, dass es zahlreiche Rezeptoren im Mund und im Magen gibt, die auf natürliche Bitterstoffe reagieren. Sie regen die Produktion von Magensäure und den Gallenfluss an. Je mehr Bitterstoffe die Rezeptoren melden, desto mehr Magensäure und Galle wird ausgeschüttet. Magensäure wiederum wirkt antibakteriell und verdauungsfördernd.

Chicorée gehört zu den an Bitterstoffen reichen Salaten
Chicorée gehört zu den an Bitterstoffen reichen Salaten, aber auch ihm wurde in den letzten Jahrzehnten oft die Bitterkeit herausgezüchtet.

Eine tolle Sache also, die nur einen Haken hat: Bitterstoffe schmecken leider bitter! Menschen sind von Natur her darauf geeicht, Bitteres instinktiv zu meiden und Süßes zu bevorzugen. Genau darin liegt ja auch der Sinn natürlicher Bitterstoffe: Pflanzen versuchen mit ihrer Hilfe zu verhindern, von Tieren oder Menschen gefressen zu werden. Bitteres mit Süßem zu kombinieren, ist deshalb ein guter Trick für uns, um die gesunden Bitterstoffe genießen zu können. Nicht nur in Opas Kräuterbitter, der vermutlich reichlich Zucker enthielt, sondern auch in vielen tollen Rezepten wie diesem köstlichen Chicoréesalat mit Kefir-Ziegenfrischkäse-Creme als Dressing.

Bitteres als kulinarischen Genuss schätzen zu lernen und in Geschmackskompositionen einzubauen, ist dabei eine echte menschliche Kulturleistung! Kinder lehnen alles Bittere instinktiv ab, erst als Erwachsene lernen wir, bittere Lebensmittel wie Oliven, Artischocken, Brokkoli oder Kaffee auch zu mögen. Zu den traurigen (und vermutlich auch schädlichen) Trends der modernen Lebensmittelindustrie gehörte es in den letzten Jahrzehnten, das Bittere aus Salaten und Gemüsen konsequent herauszuzüchten. Eine echte Verarmung unserer Esskultur, genau wie die auf lange Haltbarkeit gezüchteten Tomaten- und Apfelsorten, die zwar monatelang gut aussehen, aber nach wenig schmecken. Erst in den letzten Jahren hat ein Umdenken eingesetzt und Bitteres im Gemüseregal wird wieder verstärkt nachgefragt.

Chicoréesalat mit Mandarinen und Kefir-Ziegenfrischkäse-Creme auf dem Teller anrichten

Wer einen leckeren, bittersüßen Salat probieren möchte, sollte es unbedingt mit unserem Chicoréesalat versuchen. Er bringt Süßes und Bitteres in eine perfekte Balance und rundet das Ganze mit seinem kräftigen Geschmack nach Kefir und Ziegenfrischkäse herzhaft ab. Wir versprechen, dass sich die Mundwinkel beim Genießen eher nach oben als nach unten verziehen!

  • 3 große Chicoréeköpfe
  • 1 kleine Dose Mandarinen, leicht gezuckert (Abtropfgewicht ca. 175 g)
  • 80 ml Kefir (zur Kefir-Herstellung)
  • 80 g Ziegenfrischkäse (alternativ: Schafskäse oder Feta in Salzlake)
  • 2-3 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Chicoréeblätter abzupfen und waschen. Mandarinen abtropfen lassen und den Saft zur Seite stellen.
Den Kefir mit der Ziegenfrischkäse cremig verrühren, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und zum Schluss das Olivenöl unterrühren. Eventuell mit etwas gezuckertem Mandarinensaft abschmecken.
Chicoréeblätter und Mandarinen auf einem Teller anrichten und das Dressing darauf verteilen.

Chicoréesalat mit Mandarinen und Kefir-Ziegenfrischkäse-Creme

Tipp: Selbstverständlich kann man auch frische Mandarinen verwenden, aber bei diesem Rezept sind Mandarinen aus der Dose die bessere Wahl. Leicht gezuckert und ohne störende Häutchen ergeben sie einen idealen zarten Kontrast zu den knackigen Blättern des Chicorée. Wer es ganz perfekt machen will und z.B. Gäste mit dem Rezept verwöhnen möchte, sollte außerdem darauf achten, echte Dosen-Mandarinen zu kaufen. Diese sind zwar etwas teurer als die günstigeren „Mandarin-Orangen“ aus der Dose, schmecken aber noch einmal deutlich besser und zarter.

Wer den intensiven Geschmack von Ziegenfrischkäse nicht mag, kann für das Rezept natürlich auch den gängigen Schafskäse oder Feta in Salzlake verwenden, muss diesen dann aber gut im Kefir mit einer Gabel zerdrücken, bis eine sämige Creme daraus wird.

Wer mehr über die gesundheitliche Wirkung von Bitterstoffen erfahren möchte, dem sei übrigens dieser schöne Artikel ans Herz gelegt – unbedingt lesenswert und sehr informativ:

Andrea Freund: Ganz schön bitter (FAZ)

 

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